Wir gedenken  allen Opfern der rassistischen Morde in Hanau:

Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kalojan Velkov,

Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi, Fathi Saraçoğlu.

 

“Mein Herz ist bei den Opfern von Hanau. Sie sind Rassismus, Nationalismus und Frauenfeindlichkeit zum Opfer gefallen. Dagegen müssen wir alle kämpfen. Ich zolle allen Menschen Respekt, die gegen Nationalismus und für die freie Zukunft der Völker und für die Freiheit der Frauen kämpfen und all denen, die sich im Widerstand aufgeopfert haben. Ich grüße alle Frauen hier im Saal und alle Frauen, die nicht anwesend sein können, aber den gleichen Weg beschritten und beschreiten, von ganzem Herzen.”

– Yildiz Aktaş

Wir trauern und sind wütend und schicken den Familien und Freund*innen der Opfer viel Kraft und unsere Solidarität. Lasst uns zusammen kommen und uns entschlossen gegen den Faschismus stellen. Denn wie die Holocaust Überlebende Esther Bejarano bereits treffend sagte: “wehret den Anfängen ist längst überholt. Wir sind mittendrin!”.
 
 
 

Radio F* hat ein Interview mit uns geführt- Hört doch mal rein:

Aktuelles

Hier ein kleiner Videoinput zur Kriminalisierung der PKK in der BRD:
 
https://www.youtube.com/watch?feature=youtu.be&v=oVuDBcPGVJs&app=desktop
 

Am Donnerstag den 27.02.20 ist der letzte Prozesstermin gegen Yildiz und damit auch die Urteilsverkündung! Kommt zahlreich zum Kammergericht! Auch wenn nur 30 Leute in den Saal gelassen werden, wird es auch außerhalb des Gerichtsgebäudes eine kraftvolle Kundgebung geben, vor, während und nach der Vehandlung!

Wir freuen uns mit euch gemeinsam unsere Solidarität zu zeigen bei unserer Kundgebung

Am 27.02.20

Um 8.30 bis 13.00

Am Kammergericht Schöneberg in der Elßholzstraße 30- 33.

 
                 Kommende Prozesstermine:  24.02.20 // 27.02.20 – Prozessbeginn immer um 9.00 Uhr

Genaue Informationen zum Ablauf der letzten Verhandlungstage, findet ihr unter Presse. Dort sind all unsere Stellungnahmen gesammelt.

Aufruf zur Prozessbeobachtung am Kammergericht Schöneberg, Elßholzstr. 30-33, 10781 Berlin!

Freiheit für Yildiz- Defend Feminism

Oktober 2019: In Rojava führt der NATO-Mitgliedsstaat Türkei einen völkerrechtswidrigen, faschistischen Angriff auf die demokratische Selbsverwaltung in Nordsyrien – dabei werden auch deutsche Panzer eingesetzt. In Deutschland geht die Repression gegen die kurdische Bewegung und die Frauenrevolution weiter.

Die kurdisch-feministische Politikerin Yildiz Aktaş (51) wird gemäß den Paragraphen §§129a/b StGB, als Mitglied einer „terroristischen Vereinigung im Ausland“, angeklagt. Das Strafverfahren ist ein Angriff auf die internationale feministische Bewegung, denn die kurdische Frauenbewegung bietet Feminist*innen weltweit Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben in Würde und Freiheit. Die weitreichende Anklage kriminalisiert den jahrzehntelangen Kampf von Yildiz Aktaş für kurdische Frauen und Frauen weltweit. Ihr Leben steht sinnbildlich für das vieler kurdischer Frauen. Es ist geprägt vom Widerstand gegen die doppelte Unterdrückung: Der patriarchalen Strukturen in der Familie und der Vernichtungspolitik des türkischen Staates gegen Kurd*innen.
So wurde Yildiz Aktaş bereits 1981 in dem berüchtigten Foltergefängnis Nr. 5 von Diyarbakir (kurdisch: Amed) inhaftiert. Sie war damals 12 Jahre alt und damit das jüngste in Diyarbakir inhaftierte Mädchen; eine erneute Inhaftierung erfolgte mit 15 Jahren.
Im Jahr 2011 zeigte sie die damals für das Betreiben des Gefängnisses verantwortlichen Putschgeneräle zusammen mit anderen Überlebenden des Gefängnisses an. Ihr Leben ist geprägt vom Kampf gegen Gewalt an Frauen und dem Einsatz für deren Recht auf Bildung, finanzielle Unabhängigkeit und Gleichberechtigung.
Vor ihrer Flucht nach Deutschland im Jahr 2012 war sie in hoher Funktion für Frauenrechte in der prokurdischen „Partei des Friedens und der Demokratie“ (DBP) aktiv. Mit Erschrecken stellen wir heute fest, dass der deutsche Staat sie nun für die gleichen politischen Tätigkeiten verfolgt, für die ihr 2012 politisches Asyl gewährt wurde.
Vor dem Hintergrund der Entwicklungen im nahen und mittleren Osten wurde bereits 2018 eine breite öffentliche Debatte über die Sinnhaftigkeit des PKK-Verbots in Deutschland geführt: Für ihren Einsatz gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ erhielten Kämpfer*innen der PKK und YPG/YPJ auch hier viel Anerkennung. Aktivist*innen werden in Deutschland jedoch strafrechtlich weiterhin verfolgt und die Verfolgung wird sogar ausgeweitet. In den Jahren 2018 und 2019 kam es beispielsweise zu Verboten von kurdischen Versammlungen, sowie zu Razzien und Beschlagnahmungen in kurdischen Institutionen. Es ist im Interesse aller freiheitlichen und zivilgesellschaftlichen Kräfte die Rolle der PKK für Frieden im Mittleren Osten anzuerkennen und sich mit ihrem fortschrittlichen, basisdemokratischen und ökologischen Gesellschaftsentwurf zu beschäftigen. Insbesondere die Bestrebungen der Frauen*bewegung in Nord- und Ostsyrien sind hierbei von Bedeutung. Gerade jetzt, wo die Türkei einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Region führt, gilt es, die Zusammenarbeit Deutschlands mit der Dikatur Erdoĝans und die deutschen geopolitischen Interessen in Syrien kritisch in den Blick zu nehmen.
Welche Organisation auf die Terrorliste der EU gerät und gegen wen die Bundesanwaltschaft ermitteln darf, wird politisch verhandelt. Damit die deutsche Regierung und die Strafverfolgungsbehörden ihren Repressionskurs gegen die kurdische und gegen andere emanzipatorische Bewegungen einstellt, bedarf es öffentlichen Drucks, so zum Beispiel durch Solidarität mit Yildiz Aktaş.
Unser Anliegen ist es, das Verfahren gegen Yildiz Aktaş, die derzeit haftverschont ist, zu begleiten und die Ziele, für die sie kämpft und nun verurteilt werden soll, auch außerhalb des Gerichtssaals bekannt zu machen: Selbstbestimmung, Ökologie und Feminismus im mittleren Osten und weltweit.

Um was wir Euch bitten:

  • Informiert Euch über unseren Blog freiheit-yildiz.com, folgt uns auf Twitter #freedom4yildiz und kontaktiert uns unter freiheit-yildiz@posteo.net
  • Koordiniert Euch mit uns, um bei Prozesstagen dabei zu sein und über das Verfahren zu berichten. Es sind bis
    Ende Februar ca. 16 Verhandlungstage angesetzt. Wenn ihr in den Gerichtssaal rein möchtet, müsst ihr Euch
    ausweisen können und Eure Taschen abgeben!
  • Kommt zu unseren Kundgebungen und Infoveranstaltungen und berichtet darüber in euren Medien.

Auch ganz andere Ideen sind willkommen, wir freuen uns über feministische Unterstützung!

Mit feministischen Grüßen,

die Kampagnengruppe „Freiheit für Yildiz“

Wir, die Kampagnengruppe „Freiheit für Yildiz“, solidarisieren uns mit der kurdischen Frauenbewegung und den antipatriarchalen Kämpfen für die Befreiung von Frauen, Trans, Lesben, Non-Binary und Inter weltweit.